Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen. 
Arthur Schopenhauer

 

Viele Menschen wollen den Igel mit Fütterung und Überwinterung im Haus helfen. Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz §39 Absatz 1 jedoch ganzjährig geschützt. Die Pflege und Haltung im Haus ist nur in Ausnahmefällen gestattet- und auch nur ganz selten nötig. Igel sind Wildtiere! Auf alle Fälle sollte man vor allen "Rettungsaktivitäten" unbedingt einen Tierarzt oder eine Igel-Rettungsstation um Rat fragen.
Infos auch unter  Pro Igel e.V.    www.pro-igel.de oder www.nabu.de  oder "Vier-Pfoten Igel Ratgeber" unter 040/3992490

Hilfestellung gibt die Broschüre zum Thema „Igelschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes, die im Internet unter www.tierschutzbund.de zum Download bereitsteht.

 

Jedes Jahr im Herbst werden viele scheinbar kranke und hilflose Igel aus falscher Tierliebe in menschliche Obhut genommen

Nicht jeder Igel braucht im Herbst unsere Hilfe -  aber wenn dann sollte diese Hilfe richtig sein!  

Wenn Sie im Herbst einen untergewichtigen Igel finden, belassen Sie das Tier zunächst in der Natur. Die einfachste Methode zu helfen, ohne in direkten Kontakt mit dem Tier zu treten, ist das Einrichten einer Futterstelle im Garten. So bleibt dem Igel die für ihn stressige menschliche Betreuung erspart und er kommt schnell zu Kräften, um den bevorstehenden Winter zu überleben. Die Futterstelle kann eine mit zwei 10x10 Zentimeter kleinen Schlupflöchern versehene Kiste sein. Dort stellen sie abends das Futter hinein.

Futterreste müssen morgens unbedingt entfernt und die Futterschüssel heiß gespült werden.

 Zur Fütterung eignen sich:
- Hundefeucht- und Welpentrockennahrung
- Igeltrockenfutter vermischt mit ungewürztem Rührei
- Katzendosennahrung
- Erdnussbruch (ungesalzen)
- ungeschwefelte Rosinen
- zerdrückte Bananen

 

Geben Sie Igeln niemals Milch! Die Tiere vertragen den Milchzucker nicht und bekommen Durchfall. Bieten Sie deshalb Igeln immer nur Wasser an.

Nehmen Sie einen Igel in Obhut und Pflege, gehen Sie damit die Verpflichtung ein, das Tier 5 bis 6 Monate lang täglich zu betreuen, zu versorgen und zu füttern.

Deshalb müssen Sie prüfen, ob auf den Igel, dem Sie helfen möchten, eine der folgenden Kriterien zutrifft.  

Kriterien:
Verwaiste Igelsäuglinge
Igeljunge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes befinden und noch geschlossene Augen und Ohren haben, sind meist mutterlos. Beobachten Sie erst Nest und Umgebung einige Stunden, bevor Sie eingreifen.

 

Verletzte Igel und kranke Igel
Verletzte und kranke Igel laufen oder liegen tagsüber herum und verstecken sich nicht. Sie sind apathisch, rollen sich kaum ein und sind oft mager. Ausnahme: durch Hunde oder Gartenarbeit aufgescheuchte Tiere, die sich ein neues Versteck suchen.

Mögliche Krankheitssymptome:
- Husten und Röcheln
- Zittern
- unsicherer Gang
- seitliches Umfallen
- Lähmungserscheinungen
- massiver Stachelausfall

 

Igel im Winter
Bei Igeln die nach Wintereinbruch (geschlossene Schneedecke und Dauerfrost) herumlaufen handelt es sich um meist um kranke und schwache Alttiere, oder um sehr spät geborene Jungtiere.

Nur in diesen Ausnahmesituationen ist es erlaubt, einen Igel vorübergehend aufzunehmen.

Wichtig: Merken Sie sich die Stelle, an der Sie den Igel aufgenommen haben, damit Sie das Tier im darauf folgenden Frühling wieder dort aussetzen können.
Legen Sie einen Pflegebericht an, in dem Sie Funddatum, -zeit, Gewicht und den genauen Fundort notieren.

 

Auch bei uns werden jedes Jahr im Herbst viele scheinbar hilflose Igel abgegeben. Bis zum Frost werden sie in unserer kleinen Igelstation bei uns gefüttert und in den Igelhäusern finden viele von ihnen einen guten Platz  für ihren Winterschlaf. Wirkliche Sorgenkinder werden mit viel Zeit und Liebe extra gepäppelt. 

Für unsere Mäckis freuen wir uns über Katzennassfutter oder auch spezielles Igelfutter 

Vielen Dank an Herrn Drosdeck. Er ist der Pate für unsere "Igelei"

 

 

Glück im Unglück 2008

 

Im wahrsten Sinne Glück im Unglück hatte eine kleine Igelfamilie.

Mutter Igel hatte ihr Nest für vier Junge in einer Wiese gebaut. Als das Gras hoch wurde, kam der Rasenmäher. Zu spät entdeckten die Arbeiter die Tiere, ein Baby war sofort tot. Die Mutter und die drei Kleinen wurden von der Feuerwehr zu uns gebracht.

Obwohl sich die Igelmama einrollte, war viel Blut zu sehen, und wir mussten von einer größeren Verletzung ausgehen.

Vorsichtig rollten wir sie aus und sahen, dass ein Fuß vollkommen zersplittert war.

Nach eingehender Untersuchung durch unsere Tierärztin Frau Brauns stand die Diagnose fest. Für das Überleben der Mutter, und damit auch der Kinder, mussten zwei Beinchen amputiert werden.

Wir wagten den Eingriff, vielleicht kommt die Igelfrau auch nur mit zwei Beinen zurecht und kann wenigstens ihre Kinder großziehen.

So kam es auch. Nach überstandener Operation, kümmerte sich die Mama rührend und aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs, dessen Stacheln noch weiß und weich waren.

Später kamen viele tierliebe Menschen und besuchten unsere kleine Igelfamilie, brachten Futter- oder Geldspenden mit. Eine Menschenfamilie übernahm sogar eine Patenschaft.

Inzwischen sind aus den kleinen Babys richtige Brocken geworden und haben schon längst das Weite gesucht.

Nur wenn sie ganz großen Hunger haben, kommen sie an ihre Futterstelle.

Auch die Igelmama findet sich in der Natur zurecht.

So hat die Geschichte ein gutes Ende.

Vielleicht treffen sie sich nächstes Jahr alle am Katzennapf wieder und werden zueinander sagen: Weißt du noch, damals, als wir noch ganz klein waren...